Zehn Jahre „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Zurück zur Übersicht

Am 4. Juli 2026 jährt sich die Aufnahme des Fichte-Gymnasiums Hagen in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zum zehnten Mal. Seit der Auszeichnung im Jahr 2016 ist das Netzwerk ein fester Bestandteil des Schullebens. Zahlreiche Projekte, Aktionen und Unterrichtsvorhaben zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Demokratie, Menschenrechten und einem respektvollen Miteinander am Fichte-Gymnasium dauerhaft verankert ist. 

Den Anstoß für den Beitritt zum Netzwerk gab die Schülervertretung. Mit großem Engagement setzte sie sich dafür ein, dass das Fichte-Gymnasium ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sowie für Demokratie, Respekt und Zivilcourage setzt. Die Auszeichnung war dabei nie als Abschluss eines Prozesses gedacht, sondern vielmehr als Beginn einer dauerhaften Selbstverpflichtung. Ein erster Höhepunkt war das große SV-Schulfest „MITEINANDER“ im Juni 2017, das anlässlich der offiziellen Auszeichnung stattfand. Unter dem Motto des gegenseitigen Respekts und der gelebten Vielfalt feierte die gesamte Schulgemeinschaft gemeinsam mit zahlreichen Gästen ein buntes Fest voller Begegnungen, kultureller Vielfalt und gemeinsamer Aktivitäten. Trotz hochsommerlicher Temperaturen und angekündigter Gewitter wurde der Tag zu einem eindrucksvollen Zeichen dafür, wie lebendig Gemeinschaft am Fichte-Gymnasium gelebt wird. Dass „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ weit mehr ist als ein Titel, zeigte sich auch in den folgenden Jahren immer wieder. Etwa als der russische Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 viele Menschen tief bewegte, initiierte die Schülervertretung die „Wall of Peace“. Sie bot Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften einen Raum, Gedanken, Hoffnungen und Solidaritätsbekundungen sichtbar zu machen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Frieden, Demokratie und Menschenrechte nicht selbstverständlich sind und dass Schule ein Ort sein muss, an dem Mitgefühl in gemeinsames Handeln umgesetzt wird. 

Ein weiteres sichtbares Zeichen für Zusammenhalt setzte unsere Schulgemeinschaft mit dem „Run for Colour“, bei dem Bewegung, Gemeinschaft und die Unterstützung sozialer Anliegen miteinander verbunden wurden. Solche Aktionen zeigen, dass Verantwortung nicht nur im Unterricht vermittelt, sondern auch gemeinsam erlebt werden kann. 

Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist zudem die Erinnerungskultur. Das Fichte-Gymnasium beteiligt sich regelmäßig am Gedenken an die Reichspogromnacht und setzt sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinander. Ein besonderer Höhepunkt war im Jahr 2024 die Aufnahme eines Rapsongs im Rahmen der SV-Arbeit, der bei der zentralen Gedenkveranstaltung der Stadt Hagen präsentiert wurde. Das Projekt machte eindrucksvoll deutlich, wie junge Menschen Geschichte kreativ aufgreifen und ihre Botschaft gegen Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung in die Gegenwart tragen können. 

Auch jenseits öffentlich sichtbarer Projekte ist das Leitbild einer Schule ohne Rassismus fest im Schulalltag verankert. Themen wie Demokratiebildung, Extremismusprävention, der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Lebensweisen, die Auseinandersetzung mit Homophobie und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie die Förderung eines wertschätzenden Miteinanders sind feste Bestandteile des Unterrichts und zahlreicher außerunterrichtlicher Angebote. Dazu gehören ebenso regelmäßige Gedenkstättenfahrten, die die historisch-politische Bildung vertiefen und die Auseinandersetzung mit den Folgen von Ausgrenzung, Diktatur und Menschenfeindlichkeit nachhaltig fördern. So trägt das Fichte-Gymnasium dazu bei, junge Menschen zu stärken, Verantwortung zu übernehmen und sich für eine offene, demokratische Gesellschaft einzusetzen. 

Zehn Jahre „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stehen damit für ein kontinuierliches Engagement der gesamten Schulgemeinschaft. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern sowie weitere Beteiligte haben in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich gemacht, dass Respekt, Vielfalt und Zivilcourage keine Schlagworte sind, sondern Werte, die den Schulalltag prägen. Das Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern auch Ansporn, diesen Weg weiterhin gemeinsam zu gehen.